Weitere spirituelle Impulse (6)

... ich sehe was, was du nicht siehst

Lied: Herr gib uns Mut zum Hören (GL 448,1-4)

Lesung: Mt 7,3-5

Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen : Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!- und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

Fragen für die persönliche Reflexion und den gemeinsamen Austausch:

  • Bei unserem Gegenüber merken wir schnell, wenn uns etwas stört oder nicht passt - den sprichwörtlichen „Splitter im Auge“. Mit welcher Haltung gehe ich dann auf den anderen zu? Besserwisserisch oder gar verurteilend? Oder darum bemüht, den „Splitter“ möglichst vorsichtig zu entfernen, damit der andere wieder klar sehen kann. Fallen mir/uns dazu konkrete Beispiele aus unserer Partnerschaft ein? Ist es uns schon einmal gelungen, den Splitter schonend zu entfernen?
  • Ein Balken im Auge – das geht ja gar nicht. Oder kann der Blick auf andere durch ein „Brett vorm Kopf“ tatsächlich so beschränkt sein? Vor allem in Streitsituationen wird aus Vor-Urteilen, früheren Verletzungen und Missverständnissen leicht ein undurchdringlicher Balken. Dann braucht es manchmal einen unbeteiligten Dritten, der diesen „Balken“ wegnimmt. Habe ich das schon erleben dürfen? Was war dabei wichtig für mich?
  • Wie fühle ich mich von Gott angesehen? Wohlwollend und liebevoll oder stets mit einem kritischen Blick auf meine Schwächen und Fehler?

Gebet: Sprechen Sie sich diesen Segen langsam zu und schauen Sie sich dabei liebevoll in die Augen.
Der Herr segne dich und behüte dich.
Er lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil (Num 6,24-26).

Mechtild Alber