Weitere spirituelle Impulse (3)

Stell dir vor...

Lied: „Meine Hoffnung, meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht. ...“ (GL 365)

Lesung: Micha 4,1-4 (gekürzt)

Am Ende der Tag wird es geschehen: Der Berg des Hauses des HERRN steht fest gegründet als höchster der Berge. Zu ihm strömen Völker. Viele Nationen sagen: Der HERR unterweise uns in seinen Wegen. Er wird Recht schaffen zwischen den Völkern. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht mehr das Schwert, Nation gegen Nation, und lernen nicht mehr den Krieg. Und ein jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum und niemand schreckt ihn auf. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.

Fragen für die persönliche Reflexion und den gemeinsamen Austausch:

  • Was für eine Friedensvision eröffnet der Prophet Micha den Menschen seiner Zeit. Die Menschen lassen zu, dass Gott ihnen eine andere Möglichkeit eröffnet als ihre Konflikte mit Gewalt vermeintlich zu lösen. Und dieses Friedens- und Lebensprogramm wird ganz konkret: Es ist möglich mit Gottes Hilfe Kriegswerkzeuge in Lebenswerkzeuge umzuschmieden. Brot und Wein als Lebensgaben und Friedenszeichen. Und wirklich jede und jeder soll diese Früchte genießen dürfen ein geradezu paradiesisches Bild erfüllten Lebens. Zu schön, um wahr zu sein?
    Lasst diese göttliche Verheißung einmal auf euch wirken und schiebt sie nicht vorschnell wieder weg. Vielleicht habt ihr schon eine Gedankenreise zu zweit probiert. Versucht es auch mit dieser göttlichen Friedensvision, indem ihr sie weiter ausmalt, Satz für Satz abwechselnd. Beginn jeden Satz mit: „Ja und stell dir weiter vor…“
  • Im Markusevangelium 1,15 heißt es: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.
    Um glauben zu können, dass Gott wirklich ein Evangelium- eine Frohe Botschaft – für uns bereithält, müssen wir um-denken. Das griechische Wort „meta-noein“, das meist mit „umkehren“ übersetzt wird, heißt wörtlich „um-denken. Wenn ich mich um 180° umwende, kommt anderes in den Blick und ich fange vielleicht auch neu zu denken an.
    Stellt euch vor, das Reich Gottes ist nahe – nicht erst nach dem Tod und du kannst/ihr könnt dazu beitragen, dass es Wirklichkeit wird.

Gebet/Lied: Du bist das Brot, das den Hunger stillt (GL 838 Kölner Anhang)
Du bist das Brot, das den Hunger stillt, du bist der Wein, der die Krüge füllt.
Du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben, Gott.
Du bist der Atem der Ewigkeit, du bist der Weg in die neue Zeit. Du bist das Leben, Gott.
Du bist die Klage in Angst und Not. Du bist die Kraft, unser täglich Brot. Du bist das Leben, Gott.
Du bist das Ohr, das die Zukunft hört, du bist der Schrei, der die Ruhe stört.
Du bist das Leben, du bist das Leben, Du bist das Leben, Gott.

Regina Oediger-Spinrath